Bild: Hajar Issa (21)

13.07.2016 -RTL NORD "Künstler auf der Flucht"
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15.2.2017 – RTL NORD  „Flüchtling Hajar Issa wieder mit Frau und Kindern vereint“ (Fortsetzung) www.rtlnord.de

 

 

Vita

Der syrische Künstler Hajar Issa geboren am 31.Juli 1970 in Kameshli wuchs in Damaskus auf, machte dort Abitur, studierte anschließend an der Fakultät der Schönen Künste und nach Abschluss des 4jährigen Studiums arbeitete er an der Universität als Dozent für Grafikdesign. Er war Mitglied der Union Syrischer Künstler und nahm an vielen Gemeinschaftsausstellungen in Syrien, Frankreich, Dubai, Beirut, Ägypten, in der Türkei und Russland teil. In vielen Ländern fanden darüber hinaus Einzelausstellungen statt. Aber nicht allein die Malerei begeisterte ihn sondern seine Arbeit als Artdirector bei Film und Fernsehen bildete einen weiteren Schwerpunkt in seinem Leben. Er war an über 50 meist historischen Filmen und Fernsehserien beteiligt. Die Krönung seiner Tätigkeit erfuhr er 2009 als er von 100 Nominierten den „Addounia“ -das ist der Oscar im arabischen Raum - für seine Arbeit als Artdirector in Damaskus erhielt. Der Künstler hatte ein gutes Leben mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Syrien: Ein wunderbarer Job, ein schönes Haus, ein hohes Ansehen, es fehlte ihm an nichts!  Aber trotz seiner Berühmtheit in der arabischen Welt wurde er immer wieder inhaftiert. Nach seinem letzten regimekritischen Film der in der Türkei gedreht wurde kehrte keiner der Beteiligten nach Syrien zurück, denn ihnen allen drohte eine harte lange Haftstrafe. So flüchtete Hajar Issa und verließ schweren Herzens seine Frau Razan und seine beiden Söhne Aram und Alan. Nach einer beschwerlichen Flucht kam er 2015 in Wentorf bei Hamburg an und lebte in der Asylanten- und Flüchtlingsunterkunft in einem ehemaligen Klassenraum zusammen mit 5 weiteren syrischen Flüchtlingen. Hajar Issa hatte alles verloren – er war stark traumatisiert und depressiv – seine Zukunft erschien ihm sinn- und ziellos. Durch das Malen- finanziert durch Spenden – schöpfte er nach und nach langsam wieder Mut. Er malte fast manisch -Tag und Nacht. So entstanden in wenigen Monaten über 50 Bilder. Er malte seine Träume, Wünsche, Erinnerungen, den Verlust, die Zerstörung und immer wieder seine Kinder und seine Frau. Seine Bilder beeindrucken durch die Farbgestaltung, sie leuchten in einer großartigen Farbenpracht. Sie machen nachdenklich, aber begeistern den Betrachter ebenso. Seit November 2016 ist die Familie wieder vereint, sie leben in einer schönen Wohnung in Wohltorf und Hajar Issa ist ein glücklicher Mann, der jede Sekunde das Zusammenleben mit Frau und Kindern genießt, der dankbar ist, dass sie gemeinsam in Frieden und Freiheit in Deutschland leben können und sie wieder eine lebenswerte Zukunft vor sich haben.